Jens-Alexander Ewald, "yet another aproach"
Datum: Dienstag, der 11.05.2010
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: ID Seminarraum.
Ein berührendes Portrait des Menschen Joseph Weizenbaum. Wenn man sein berufliches Leben, seine Bücher und Überzeugungen kennt, ist der Film eine ganz liebevolle Hommage. Wenn man Weizenbaum noch nicht kennt, dann wird man durch "Rebel at Work" angeregt „Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft“ zu lesen und hört dann den Autor selbst zu einem sprechen. Jeder Interface Designer, Informatiker und kritischer Mensch im Umgang mit Computern sollte den Film gesehen haben.
Ein Computer wird an der Universität gebraucht, also wird er gebaut, Joseph ist im Team. Er geht nach Kalifornien, als im Silicon Valley noch Obstbäume stehen. Es ist die Frühzeit des Computers: Noch gibt es keine Handbücher, man lötet, schraubt, macht Fehler und probiert von Neuem, jeder kennt jeden. Im Kalten Krieg spielt Geld keine Rolle. Mit jeder neuen Bedrohung müssen die Computer schneller werden. Für Joseph eine herrliche Zeit und der Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere in den USA. Er wird Professor auf Lebenszeit am elitären Massachusetts Institute of Technology, dem MIT, als die Informatik gerade entsteht. Doch Joseph ist ein Rebell: In seinem Buch "COMPUTER POWER AND HUMAN REASON" greift er die eigenen Fachkollegen scharf an und kritisiert deren Allmachtsphantasien, den Militarismus und die vorherrschende Wissenschaftsgläubigkeit.
Zum Dissidenten geworden, entscheidet er sich Anfang der Neunziger für die erneute Emigration. Seither füllt er mit seinen Gastvorträgen mühelos die Hörsäle: Er ist eine moralische Instanz, ein un-akademischer Mahner, ein origineller wie eindringlicher Kulturpessimist. Seine uneitlen Vorträge sind kleine Happenings, der Mann mit dem Schnauzbart und langem Haar wird beinahe zur Kultfigur. Nicht zuletzt, weil er so einfach über Computer sprechen kann, dass ihn jeder versteht.
Filmportrait: Josef Weizenbaum
Datum: Dienstag, der 20.04.2010
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: ID Seminarraum.