DESIGN / INDUSTRIEDESIGN B.A. / METHODISCHES ENTWERFEN TECHNISCHER PRODUKTE
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Methodisches Entwerfen: Kontextuelles Denken - prozessuale Vermittlung

Wenn Bruno Latour von der Perspektivänderung der "matters of facts" in "matters of concern" spricht, dann bedeutet dies im Design die Realisierung des Anspruchs, Entwurfspotentiale entdecken und in fundierte, zukunftsfähige Konstellationen übersetzen zu wollen. Dabei bezieht sich die Projektion von Entwerfbarkeit zunächst auf alles, was den Menschen in seiner Welt mit anderen in Beziehung bringt und in ihr handeln lässt.

Im Industrie-Design führt dieser Anspruch zu einem breiten Betrachtungsfeld, in dem übergeordnet Relationen zwischen Menschen, Produkten und Umwelt problemorientiert behandelt werden. Produkte werden in diesem Kontext als Teile der Relationsvermittlung aufgefasst, womit die Gestaltung von Produkten immer eine Gestaltung von Beziehungen und Prozessen, folglich nicht materialisierten Handlungsformen beinhaltet. Die Auseinandersetzung mit neuen Technologien bedingt folgerichtig, gesellschaftliche Entwicklungen verstehen, neue soziale Praktiken imaginieren und diese in haltbare, gleichermaßen sinnhafte und verantwortbare Szenarien übersetzen zu können. Für eine eigenständige entwerferische Auseinandersetzung in einem weiten Themenfeld komplexer Fragestellungen sind besondere Handlungskompetenzen erforderlich. Es gilt, sich Wissen, Methodiken und Fertigkeiten umfassender Art anzueignen und in eine, an den jeweiligen Besonderheiten der Fragestellung orientierte, produktive neue Verbindung zu bringen. Genauer: Reflexionsvermögen, analytische Befähigung, forscherisch-experimentelle Zugänge, Wissen und Verständnis vom Menschen und gesellschaftlichem Wandel, technisch-strukturelles Produktverständnis, umfassende ästhetische Sensibilisierung, Beherrschung verschiedenster Medien der Kommunikation und Darstellung, dramaturgische Strategien und nicht zuletzt eine Vernetzungskompetenz zwischen unterschiedlichen Disziplinen.

Ziel der Projektarbeit im 4. Semester B.A. ist, die Voraussetzungen und Kompetenzen für eine solch breit aufgestellte, prozessorientierte Arbeit zu vermitteln und auf ein hohes Niveau zu übersetzen, auf dem sich die jeweils individuellen Neigungen zu persönlichen Haltungen formen. Dabei gilt hier bereits der Anspruch, dass die Ergebnisse der Arbeit eine so überzeugende gestalterische und visionäre Vermittlung finden, dass ihnen das Potential einer Signalgebung zugesprochen werden kann.

Prof. Detlef Rhein

Industriedesigner der Muthesius Kunsthochschule ausgezeichnet!

Die angehenden Industriedesigner Jan Meissner (30) und Tobias Schultka (26) wurden Ende Januar 2011 im Hannover mit dem iF concept award in der Kategorie industrial design+product design ausgezeichnet. Die beiden Schleswig-Holsteiner gelangten mit „Volito“, einem modular aufgebauten Reinigungssystem für Hotels, unter die ersten 20 der „best of 100“ weltweit.

 Die internationale Jury des Nachwuchswettbewerbes wählte „Volito“ unter den 8007 zugelassenen Arbeiten aus 52 Nationen aus. Die Aus-zeichnung ist mit einer Ausstellung und der Internetpräsenz verbunden. Die renommierte Jury beurteilte die Gestaltungs-qualität, den Innovationsgrad sowie die gesellschaftliche Relevanz, Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Usability.

Das moderne Reinigungssystem von Meissner und Schultka
entstand als Projektarbeit im 4. Semester Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule und wurde betreut von Prof. Detlef Rhein.

„Volito ist ein modernes Reinigungssystem zur Umsetzung der Reinigungs- und Instandhaltungsprozesse in Großgebäuden. Der Einsatz schont Ressourcen, entlastet den Anwender und optimiert Arbeitsabläufe. Durch die Ästhetisierung der eingesetzten Arbeitsmittel fügt sich das System neutral in die Umgebung ein. Der modulare Aufbau macht die Reinigungseinheiten je nach Anforderung und Raumnutzungsart frei kombinierbar. Ein hoher Automatisierungsgrad, bis hin zur autarken Fortbewegung, minimiert Arbeitsschritte. Ein anwenderfreundliches Interface liefert über eine eigene Symbolik Arbeitsanweisungen und dient zur internen Kommunikation,“ beschreiben die jungen Gestalter ihren Entwurf.

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