Der M.A. “Industriedesign“ der Muthesius Kunsthochschule nimmt sich dieser Fragestellungen an und setzt sich bei der inhaltlichen Ausgestaltung die Befähigung zur interdisziplinären und forschenden Gestaltung zum Ziel. Aufbauend auf dem Konzept eines selbstorganisierten Vertiefungs-Studiums mit individuellen Entwurfs- und Forschungsvorhaben, bietet die Muthesius Kunsthochschule zwei inhaltlich synergetische Schwerpunktthemen mit ausgeprägtem Vernetzungspotential an, in denen Kompetenzen für eine zukunftsorientierte entwerferische Arbeit beispielhaft erworben werden können: Interface-Design und Medical Design.
Dabei steht Interface Design für die forscherische Gestaltung wertvoller menschlicher Erlebnisse im Umgang mit unserer technischen und im Speziellen digitalen Umwelt.
Die
Gestaltung der Bedienqualität technischer Produkte in Hard- und Software ist
dem Interface Design genau so immanent, wie die Loslösung von Material als
primärem Gegenstand gestalterischer Projektion im Industriedesign. Das bedeutet
wir gestalten eine positive und erfolgreiche Beziehung von Menschen und
Produkten, Software, Services, sozialen Strukturen, Arbeitsprozessen und
Information, um nur einige zu
nennen.
Das Design konkreter Produkt- oder Software Interfaces entwickeln wir ableitend von der konzeptionellen Gestaltung dieser Beziehungsprozesse. Damit schaffen wir Interfaces als Schlüssel und Motivator dafür, dass die Menschen diese Prozesse – die User Experience– positiv erleben können.
Mit anderen Worten,als Interface Designer beschäftigen Sie sich im besonderen Maße mit der Gestaltung von Interaktionsprozessen zwischen Menschen untereinander und zwischen Menschen und Artefakten. Beispielhaft für solche Artefakte seien hier u.a. genannt: mobile und stationäre technische Geräte unseres privaten und beruflichen Alltags, Informationssysteme, Life Science Produkte, Softwaresysteme und interaktive Medien.
Das Kieler Interface Design steht im Besonderen für eine hochwertige Verbindung aus Interface und Produktdesign und für die integrale Gestaltung von Nutzungsprozessen und Hard- und Software im Sinne einer ganzheitlichen Designkompetenz. Um diese ganzheitliche Designkompetenz zu erreichen, beginnt das Studium mit einer intensiven Phase des gestalterisch-technischen Experimentierens und des Designdiskurses. Hierbei verlassen wir als Designer bewusst unseren Tellerrand und suchen die Herausforderung des elektronischen Experiments genauso wie die Nähe und Reibung mit der forscherischen Arbeit der Wahrnehmungs- und Kognitionswissenschaften. Immer mit dem Ziel, unser Leben mit Artefakten zu hinterfragen und an den menschlichen Bedürfnissen und Wünschen orientiert zu gestalten.
Der entwerferische Umgang mit vielschichtigen organisatorischen, sozialen und regulativen Faktoren, einer Vielzahl prozessualer Schnittstellen sowie interdisziplinäre Wissensvernetzung, Anwendungsfragen neuer Technologien und die Harmonisierung divergenter menschlicher Bedürfnisse spielen dabei eine zentrale Rolle. Konsequenterweise sollen eine große Bandbreite relevanter Beziehungsräume durchdrungen und eine umfassende Wertschöpfungs- und Vernetzungskompetenz entwickelt werden, die sich neuartige, “qualitative Relationen“ zum Ziel setzt. Im Mittelpunkt steht die Befähigung zur Entwicklung zukunftsorientierter Szenarien, in denen integrierende Lösungen zu Produkten, Prozessen und Dienstleistungen erarbeitet und dargestellt werden sollen.
Grundlegende Arbeitsmethoden u.a. des human-centered designs werden hierfür nicht nur vermittelt und angewendet, im Rahmen der Studiums ist eine projektive Erweiterung dieses Ansatzes vorgesehen. Bewusst wird hierbei auch die Öffnung für unterschiedliche disziplinäre Zugänge und Beiträge motiviert, auch rein theoretisch ausgelegte Projektarbeiten oder weiter gefasste Forschungsfelder, wie z.B. “Umgang mit Wasser“, “demographischer Wandel“ und "Körperprojektionen", sind vor diesem Hintergrund intendiert.
Unterstützt wird das Master-Studium an der Muthesius Kunsthochschule durch ein verbindendes erstes Grundlagensemester, umfassende, begleitende Angebote des Zentrums für Theorie, weitreichende Nutzungsmöglichkeiten der Werkstätten, Computerlabors und Bibliotheken, sowie die offene Vernetzungskultur einer innovativen Kunsthochschule, die sich die Aufgabe stellt, die Kombination von Entwurf und Forschung anhand zukunftweisender Projekte neu zu formulieren.
Das Studium setzt auf die individuelle Befähigung zur professionellen, respektive wissenschaftlichen Arbeit in einem breiten Tätigkeitsspektrum im Forschungs- Industrie- oder Dienstleistungsbereich mit gestalterischen, entwicklerischen oder strategischen Schwerpunkten.
Es richtete sich sowohl an B.A. Absolventen des Industrie-Designs als auch anderer Disziplinen, die sich mit dem Master “Industriedesign“ für die forscherisch-entwerferische Arbeit im allgemeinen oder in einem der beiden Themenfelder “Interface“ und “Medical“ im Speziellen qualifizieren wollen.
Beispielhaft genannt seinen hier das Kommunikationsdesign, Architektur, raumbildende und künstlerische Studiengänge, Technologie- und Ingenieurswissenschaften, Psychologie, Soziologie, Medizin und Informatik. Weniger die Ausrichtung der akademische Vorausbildung ist hier von Bedeutung, als vielmehr die Überzeugung, mit seiner Profession wertvolle Synergien stiften und gewinnen zu können. Im Besonderen adressiert das Masterangebot “Industriedesign“ als akademische Weiterbildung Interessenten, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben und sich weiterentwickeln wollen.
Erwartet wird eine Umschreibung der persönlichen Motivation (Motivationspapier) und/oder eines thematischen Forschungsvorhabens. Die persönliche Eignung für die Teilnahme am Masterprogramm soll zudem über die Darstellung bisheriger Projekte und Studienergebnisse geprüft werden, die einen erfolgsversprechenden Anschluss des Master-Studiums zu vermitteln vermögen.
Informationen zu Aufnahmebedingungen, Bewerbung und Aufnahmeverfahren erhalten Sie über das Prüfungsamt der Muthesius Kunsthochschule. Ihre Ansprechpartnerin hier ist Frau Silvia Rosenberger:
Prüfungsamt:
Silvia Rosenberger
0431-5198-413
Für fachliche Fragen stehen Ihnen die betreuenden Professoren zur Verfügung:
Schwerpunkt: Interface Design
Prof. Frank Jacob
0431-5198-475
Schwerpunk: Medical-Design
Prof. Detlef Rhein
0431-5198-430
| Studienfächer |
SWS |
Sem. |
| Projekt 1 |
5 | 1 |
| Studienfächer |
SWS |
Sem. |
| Forum, Interdiszipl. Woche, Exkursion, Vortragsreihe |
5 | 1 |
| Studienfächer |
SWS |
Sem. |
| Methoden | 2 | 1 |
| 2 | 2 |
| Studienfächer |
SWS | Sem. |
| Theorie | 2 | 1 |
| 2 | 2 |
| Studienfächer |
SWS |
Sem. |
| Forum, Interdiszipl. Woche, Exkursion, Vortragsreihe |
8 | 2 |
| Wahlfächer, Vertiefungen, Theorie |
| Studienfächer |
SWS |
Sem. |
| Projekt 2 |
2 | 2 |
| Studienfächer |
SWS |
Sem. |
| Projekt 3 |
2 | 3 |
| Studienfächer |
SWS |
Sem. |
| Wahlfächer, Vertiefungen, Theorie |
10 | 3 |
| Forum, Interdiszipl. Woche, Exkursion, Vortragsreihe |
||
| Studienfächer |
SWS |
Sem. |
| Thesis | 2 | 4 |