»Verschwimmt« befasst sich mit einem leeren Schwimmbad, dem Lessingbad in Kiel, dessen Betrieb 2008 eingestellt wurde. Das leere Becken, die stummen Fliesen werden mit sprachlichen Fragmenten bespielt, die vom Betrachter entdeckt und entziffert werden müssen. Diese Fragmente erzählen, wie es sich anfühlt, im Schwimmbad zu sein. Das Chlorwasser, das im Auge brennt, das Gefühl, frierend am Beckenrand zu stehen, der kurze schwerelose Moment zwischen Absprung und Eintauchen ins Wasser oder das hallende Rauschen in der Schwimmhalle ... Die Installation experimentiert mit der räumlichen Wahrnehmung. Durch perspektivische Verzerrungen und Zerstückelungen werden Schriftelemente von präzise definierten Standpunkten aus lesbar. Der Betrachter wird damit aufgefordert, den Raum aktiv wahrzunehmen und seine Wahrnehmung zu reflektieren. Das Verhältnis von Schrift und Raum wird untersucht. Was passiert mit der Schrift, wenn sie um eine räumliche Ebene erweitert wird?