Zwei Autoren schildern ihre Erinnerungen an zwölf gemeinsam erlebte Episoden ihres Lebens. Auf der Doppelseite des Buches treten die handschriftlichen Zeugnisse einander gegenüber, sie verweisen auf die Eigenart des jeweils Schreibenden und untermauern dessen Identität. Auf inhaltlicher Ebene führt die strikte Nichtnennung der Namen der Protagonisten und die Verwendung der Worte ›Ich‹ und ›Du‹ hingegen zu Brüchen. Wenn die Beschreibungen entweder stark von einander abweichen oder beide Autoren gleichermaßen behaupten, ihnen sei etwas passiert, kommt es zu Irritationen, die dem Leser die In-Frage-Stellung der eigenen Identität durch das Gegenüber eines Zwillings nahebringen