HOCHSCHULE / HOCHSCHULRECHT / PROJEKTE DES PRäSIDIUMS / KUNST-HOCH-SCHULE

Kunst hoch Schule

Um Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften die Möglichkeit einer vertiefenden künstlerischen Arbeit im Schulalltag zu bieten und ihnen zugleich einen Einblick in die Arbeitsweisen an einer Kunsthochschule zu gewähren, startete die Muthesius Kunsthochschule Kiel mit dem Schuljahr 2010/2011 das Projekt „Kunst hoch Schule“.
Künstlerinnen und Künstler verschiedenster Berufe, unter ihnen Kommunikations-, Interior- und Industriedesigner, Architekten, Filmemacher, Fotografen und Freie Künstler, bewarben sich hierfür mit konkreten Ideen bei der Kunsthochschule. Im zweiten Schritt wurden Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer aus Schleswig-Holstein dazu eingeladen, die Vorschläge der Künstlerinnen und Künstler zu sichten und sich für einen Workshop zu bewerben. Eine Jury, bestehend aus dem Präsidium sowie Professorinnen und Professoren der Kunsthochschule, dem Vorsitz des BDK Landesverbands Schleswig-Holstein e.V. und der Landesfachberatung Kunst am IQSH, entschied dann, welche Workshops umgesetzt werden sollten.
In den Workshops initiierten die Künstlerinnen und Künstler intensive künstlerische Forschungs- und Arbeitsprozesse und zeigten zudem das Potenzial des jeweiligen Berufsfelds auf. Ausgangspunkt für alle Workshops war jeweils ein besonderer Ort oder „Nicht-Ort“ in der Nähe der teilnehmenden Schule.
Dank des äußerst erfolgreichen Auftakts des Projekts „Kunst hoch Schule“ können nun weitere Workshops umgesetzt werden.

Ausschreibung Workshops "Kunst hoch Schule"

"Kunst hoch Schule" ist eine gemeinsame Initiative der Muthesius Kunsthochschule Kiel, des Ministeriums für Bildung und Kultur, des IQSH und des BDK Fachverbands für Kunstpädagogik e.V. Im Rahmen von "Kunst hoch Schule" werden künstlerische Projektwochen an Schulen in Schleswig-Holstein realisiert. Dafür werden von der Kunsthochschule geeignete Künstlerinnen und Künstler der verschiedensten Berufsfelder (z.B. Kommunikations-, Industrie- oder Interiordesign, Architektur, Film, Performance, Installation, Zeichnung, Malerei,...) an interessierte Schulen vermittelt.

Ausschreibung für Künstlerinnen und Künstler

Im Jahr 2012 können weitere Workshops des Projekts "Kunst hoch Schule" realisiert werden! Dafür sammeln wir nun Projektvorschläge von interessierten Künstlerinnen und Künstlern. Diese werden im Anschluss Lehrkräften vorgestellt und daraus Workshopteams zusammen gestellt.
Ihre höchstens zweiseitige Bewerbung (PDF oder Word-Dokument) schicken Sie bitte bis zum 29. Februar 2012 an Andreas Kieback (kunst-hoch-schule@muthesius.de) Die Bewerbung sollte beinhalten: Name, Anschrift, Emailadresse, Telefonnummer, Kurzvita, Erfahrungen in der künstlerischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Beschreibung des eigenen künstlerischen Tätigkeitsbereichs, Motivation und erste Idee für einen Workshop.
Für den Workshop wird ein Werkvertrag mit der Muthesius Kunsthochschule geschlossen. Eine Vergütung von 1.500 € ist vorgesehen. Zusätzlich stehen Gelder für Materialien zur Verfügung.
Sie erhalten ca. Mitte April 2012 Auskunft darüber, ob ihr Workshopangebot realisiert werden kann oder nicht.

Ausschreibung für Lehrkräfte

Donnerstag. 15. März 2012, 15 Uhr - 17 Uhr, Aula der Muthesius Kunsthochschule Kiel
Informationsveranstaltung Projekt "Kunst hoch Schule" für LehrerInnen
VeranslatungsleiterInnen: Dr. Ingrid Höpel (IQSH), Andreas Kieback (Muthesius Kunsthochschule), Friederike Rückert (Muthesius Kunsthochschule)
Buchung über das Fortbildungsverzeichnis des IQSH Fortbildungsnummer KUN0020
Die Veranstaltung informiert über die Möglichkeit, im Schuljahr 2012/2013 eine künstlerische Projektwoche in Zusammenarbeit mit der Muthesius Kunsthochschule Kiel durchzuführen. Den Schulen sollen dabei möglichst wenig Kosten entstehen. Für die Teilnahme am Projekt ist die Veranstaltung nicht zwingend notwendig, allerdings sehr hilfreich, da vor Ort Angebote eingesehen und Fragen beantwortet werden können.

Workshop 1: Experimentelle Raumerfahrung als Ausgangspunkt für kreative Prozesse

Künstlerin: Dipl. Des. Claudia Haßfurther Künstler: Dipl. Des. Nicolas Uphaus, Dipl. Des. Hartmut Klotz
Lehrerin: Bettina Schumann
Zeitraum: 30. 08. - 03. 09. 2010
Beteiligte: Max-Planck-Schule Kiel / E. Michaelis & Co. GmbH & Co. KG Kiel-Wellsee

Nach dem Vorbild der am Bauhaus entstandenen Grundlehre untersuchten die Schülerinnen und Schüler die Eigenschaften der Materialien Papier und Karton experimentell und zweckfrei, sie spürten so neue Gestaltungsmöglichkeiten und Materialanwendungen auf. Hierfür wurden materialtypische Verarbeitungsverfahren untersucht, die Möglichkeiten und die Grenzen eines Materials erforscht und elementare konstruktive Methoden variiert. Die Improvisation als Arbeitswerkzeug und das unmittelbare Umfeld, das papierverarbeitende Unternehmen E.Michaelis & Co. GmbH & Co. KG im Gewerbegebiet Kiel-Wellsee, waren dabei wichtige Impulsgeber. Neben der künstlerischen Arbeit lernten die Schülerinnen und Schüler das Unternehmen und deren Produkte und Verarbeitungsweisen kennen. Danach erforschten sie das Material oder dessen Vorstufen experimentell und zweckfrei. Dabei wurden die handwerklichen Verarbeitungs- und Konstruktionsmethoden als Grundlage industrieller Techniken erkannt. Anhand von herausragenden Designbeispielen wurde zusätzlich der Zusammenhang zwischen Material- und Produktinnovation dargestellt. Als Abschluss wurden in einer Ausstellung die entstandenen Ergebnisse im Unternehmen und in der Schule präsentiert.

Bild: Nicolas Uphaus

Workshop 2: Stadt.Raum.Zeit im Lessingbad

Künstler: Dipl.-Ing. Simon Kühl
Lehrerin: Johanna Ludwig
Zeitraum: 06. 09. - 10. 09. 2010
Beteiligte: Käthe-Kollwitz-Schule Kiel / Lessingbad Kiel

Ausgangspunkt und Arbeitsbereich des Projektes war das 1936 von Rudolf Schroeder geplante Lessingbad in Kiel. Das Gebäude steht seit langem unter Denkmalschutz und wird seit 2008 nicht mehr als städtisches Bad betrieben. Da die Teilnehmer in der Mehrzahl das Stadtteilbad noch aus Zeiten der Nutzung kannten, war das Interesse an den nichtöffentlichen Räumen des Gebäudes sofort groß und die Schülerinnen und Schüler fanden rasch eigene Anknüpfungspunkte und geeignete Orte für künstlerische Interventionen im Raum. Schon der erste Blick durch die „Bullaugen“ ins große Becken ermöglichte völlig neue Perspektiven und im Technikkeller wurden die Dimensionen der Tanks und Rohre bestaunt. Die ehemaligen Hausmeisterräume und Gänge im Volksbad inspirierten zu gruseligen Geschichten.
In kürzester Zeit waren die Teilnehmer ausgeschwärmt und mehrere Tage lang völlig eingetaucht in ihre eigene künstlerische Arbeit. Während im Schwimmerbecken noch die Reste der Kerzennacht zusammengefegt wurden, fand im Keller darunter schon die Fotosession mit einer Ballerina statt. Andere Schülerinnen und Schüler schnitten Videos in der Kunsthochschule oder fertigten aufwändige Scherenschnitte der Pflanzen in den Innenhöfen an. Der Präsentation aller Arbeiten am letzten Workshoptag folgte dann am 25. 09. 2010 eine öffentliche Ausstellung im Lessingbad.

Bild: Friederike Rückert

Workshop 3: Interessante Narbe

Künstler: Gruppe „Am Montag“ (Kenan Darwich, Nils Küppers, René Siegfried)
Lehrerin: Juliane Kotterba
Zeitraum: 27. 09. - 01. 10. 2010
Beteiligte: Gymnasium Sylt / Alte Listlandstraße Sylt

Der Workshop „Interessante Narbe“ mit dem 11. Jahrgang des Gymnasiums Sylt gliederte sich in zwei Teile: Zum einen wurden durch eine Fülle von Gestaltungsbeispielen die Arbeitsfelder des Kommunikationsdesigns vorgestellt und deren gedankliche und konzeptionellen Herangehensweisen mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert. Hierbei traten besonders die Arbeiten hervor, bei denen Kommunikationsdesigner eigenständige Projekte initiierten und dabei die gestalterische sowie inhaltliche Autorenschaft übernahmen.
Ausgehend von dieser Form der Arbeitsweise beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler im zweiten Teil des Workshops mit einem konkreten Ort, der in Form einer Zeitung redaktionell und visuell erkundet werden sollte. Die „Alte Listlandstraße“ auf Sylt bot dafür einen äußerst geeigneten Ausgangspunkt, da sie neben ihrer geschichtlichen Verortung im 2. Weltkrieg auch in ihrem streckenhaften Verlauf durch die entlegene Dünen- und Heidelandschaft die Bildlichkeit einer „interessanten Narbe“ darstellt.
Die Zeitung ist das Ergebnis dieser inhaltlichen Auseinandersetzung sowie des künstlerisch-gestalterischen Zugangs der Schülerinnen und Schüler zum Thema. Durch die Unterstützung der Sylter Rundschau konnte sie in einer Auflage von 1000 Stück publiziert werden.

Bild: "Am Montag"

Workshop 4: Werkstatt für potentielles Glückstadt

Künstlerin: Dipl. Des.in Cornelia Fränz
Lehrer: Vincent Schubarth
Zeitraum: 04. 10. - 08. 10. 2010
Beteiligte: Detlefsengymnasium Glückstadt / Stadt Glückstadt / Palais für aktuelle Kunst Glückstadt

Die Kartographie und Architektur der Stadt Glückstadt stand im Vordergrund dieses Workshops, dessen Grundlage die Arbeitsweise der französischen Gruppe OuLiPo (Ouvroir de Littérature Potentielle) bildete. Dabei wurde deren Prinzip des Schreibens nach Formzwängen auf verschiedenste Medien übertragen, um neue kreative Denkprozesse in Gang zu setzen und unbekannte Potentiale Glückstadts hervorzubringen.
Es entstanden beispielsweise Textarbeiten, angeregt von den Stilübungen Raymond Queneaus: stadtbezogene Erlebnisse der Schülerinnen und Schüler bildeten den Ursprung für eine Fülle sprachlicher Perspektivwechsel. Der Glückstädter Stadtplan war Ausgangspunkt für vielfältige Untersuchungen zu neuen grafischen Stadtordnungen und -unordnungen. Potentielle Partnerstädte wurden erforscht, die tägliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler in ihrer Stadt wurde nach individuellen Formzwängen betrachtet und kartographiert, in einer Befragung ermittelte die Projektgruppe die geografische Verteilung der Wohnorte sämtlicher Schüler des Gymnasiums und entwickelte daraus Klassenlogos. Während der gesamten Workshopwoche entwickelten die Schülerinnen und Schüler ein anspielungsreiches Stadtmodell von Glückstadt aus gefundenen Gegenständen.
Die Ergebnisse der »Werkstatt für potentielles Glückstadt« wurden vom 6.2. bis 27.3.2011 im Palais für aktuelle Kunst in Glückstadt ausgestellt.

Bild: Cornelia Fränz

Workshop 5: Kein Ort. Nirgends?

Konzeption: Quinka Stoehr, Fredo Wulf (Filmemacher) und Idun Hübner (ZBBS)
Durchführung im Team mit den Lehrern Raika Wiethe und Markus Reimers, sowie der Schauspielerin Katie Luzi Stüdemann und Ulrike Krogmann (Theaterpädagogin)
Zeitraum: 28. 02. - 04. 03. 2011
Beteiligte: RBZ Wirtschaft / Berufliches Gymnasium / Standort Der Ravensberg / Lessingbad Kiel

Mai 2010 in Kiel: Ein 25 jähriger Afghane nimmt sich unbemerkt von der Öffentlichkeit das Leben. Das „Warum“ ist nicht bekannt. Bekannt ist nur, sein Aufenthalt war prekär, er war von Abschiebung bedroht. Zwei weiteren jungen Flüchtlingen wird die Abschiebung angekündigt: Sie sind seitdem untergetaucht und leben in der Illegalität. 3 Fälle in nur einer Woche in Kiel.
Zufällig haben wir (Quinka Stoehr, Fredo Wulf) davon erfahren, es berührte uns. Daraus ist der Ansatz für dieses künstlerische Projekt entstanden.

Im Mittelpunkt des Projektes „Kein Ort? Nirgends“ stand die interkulturelle Begegnung von 25 Schülern und jungen gleichaltrigen Flüchtlingen, die ausgehend von ihrer persönlichen Situation zum Thema Flucht und Vertreibung künstlerisch multimedial arbeiteten. Eine Woche lang haben sich 25 Schüler und Schülerinnen einer 11. Klasse des RBZ Wirtschaft und 18 junge Flüchtlinge aus Afghanistan, Iran, dem Jemen und der Türkei mit politischer Verfolgung, wirtschaftlicher Not und Armut, sowie Heimatlosigkeit und der Frage, was Heimat eigentlich ist, bzw. bedeuten kann, beschäftigt. Es war eine Begegnung zwischen Schülern und Schülerinnen mit jungen Menschen im ähnlichen Alter, die weit gereist sind, um hier zu leben, die viel auf sich genommen haben, um hier anzukommen. Menschen, die geflüchtet sind: Vor politischer Verfolgung, wirtschaftlicher Not und Armut.

Wir arbeiteten mit den Schülern und Flüchtlingen zu dem Thema „Flucht und Vertreibung“ künstlerisch und inhaltlich auf mehreren Ebenen. Die Sichtweise der Arbeit wurde von den Schülern und Schülerinnen gemeinsam mit den Flüchtlingen entwickelt. Ausgehend von ihrem eigenen Erfahrungshorizont, ihrer Neugier und ihren Fragen und durch den persönlichen Kontakt mit den jungen Flüchtlingen näherten sich alle Beteiligten dem Thema.
Entstanden sind ein halbstündiger dokumentarischer Film, zwei Theaterperformances und eine Ausstellung, die gemeinsam an einem öffentlichen Ort: dem Lessingbad, einer geschlossenen Schwimmanstalt, präsentiert wurden. Hier wurde eine Woche lang im ehemaligen Schwimmbad, in den Kelleräumen, in den ehemaligen Umkleidekabinen und im leeren Schwimmbad gefilmt, geprobt und die Ausstellung mit Fotos und Texten vorbereitet.

Fazit
Kein Ort. Nirgends? ... kann überall sein und für zumindest eine Woche haben junge Menschen anderen jungen Menschen einen Ort der Zugehörigkeit gegeben. Indem die Schülerinnen die jungen Flüchtlinge bei der gemeinsamen künstlerischen Arbeit kennengelernt haben, bekamen die Flüchtlinge ein Gesicht und die dahinter stehenden Schicksale wurden real. Gleichzeitig war die Begegnung auch für die Flüchtlinge sehr wertvoll. Sie lernten junge Deutsche kennen, wurden wertgeschätzt und gehörten für diese Woche der gemeinsamen Arbeit dazu. Es wurde nicht über sie gearbeitet, sondern mit ihnen. Es war eine Zusammenarbeit, bei der die Flüchtlinge und auch die Schüler Subjekt waren.

Bild: Friederike Rückert

Workshop 6: Unordnung in der Ordnung

Künstlerin: Stefanie Polek
Lehrerin; Andrea Stemmler
Zeitraum: 09.05. - 13. 05. 2011
Beteiligte: Baltic Gesamtschule Lübeck / Lübecker Innenstadt

Ziel des Workshops war es, durch die Untersuchung öffentlicher Räume in Lübeck, eine Performance zu gestalten, die sich mit den erlaubten und unerlaubten Handlungen dieser Orte auseinandersetzte. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten und kreierten Ideen rund um stark belebte Plätze, Wahrzeichen der Stadt, oder Parks, wie z.B. das Holstentor, der Wasserbrunnen am Klingenberg, der Krähenteich und das Haerder-Center. Dabei ging es um Fragen wie „Was machen die Menschen dort? Wie lange verweilen sie im Allgemeinen dort? Kostet der Ort Eintritt? Hat jeder Mensch dort Zugang? Was darf man vor Ort machen? Was darf man nicht? Warum ist es verboten? Wer hat es verboten?“
Die Sensibilisierung durch die genaue Untersuchung für den Ort half den Schülern, Performances zu entwickeln, die sich gegen die vermeintliche „Ordnung“ richtete und die üblichen Handlungsabläufe im öffentlichen Raum hinterfragte. Ergebnisse waren sowohl spielerische als auch politisch motivierte Aktionen.

Bild: Sven Wied

Workshop 7: Blindspot - ein Geschenk

Künstler: Per Olaf Schmidt
Lehrer: Thomas Thiesler
Zeitraum: 20. 06. - 24. 06. 2011
Beteiligte: Städtisches Gymnasium Neustadt i.H. / Stranddistel Pelzerhaken

Was macht einen Raum für Blinde positiv erfahrbar? Kreiert ein Geschenk! Mit dieser Aufgabe wurden die Schülerinnen und Schüler in der „Stranddistel“, einem leer stehenden Restaurant an der Seebrücke in Pelzerhaken konfrontiert.
Vier blinde Gäste des Blinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Holstein e.V. sowie eine Mitarbeiterin der Vereinsgeschäftsstelle in Lübeck informierten am ersten Workshoptag die Workshopteilnehmer über ihre Wahrnehmung als Blinde und Sehbehinderte, sowie Hilfsmittel für die Alltagsbewältigung.
Im Anschluss sammelten die Schülerinnen und Schüler Entwürfe und Ideen für die für Blinde gestalteten Geschenke und setzten diese in den folgenden Workshoptagen um. Am letzten Workshoptag wurden die blinden Gäste des ersten Tages ein zweites Mal eingeladen. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten ihnen die „Geschenke“ und die Ergebnisse ihrer umgestellten Wahrnehmung.

Bild: Per Olaf Schmidt

Workshop 8: Raumkreationen

Künstlerin: Ana Frotscher
Lehrerin: Anke Sommer
Zeitraum: 24. 10. - 28. 10. 2011
Beteiligte: Stormarnschule Ahrensburg / Jugendzentrum JuKi42, Ahrensburg

Was definiert einen Raum? Sind es vier Wände? Ist eine Decke notwendig? Oder können ihn lediglich Objekte definieren, die auf einer Fläche arrangiert sind? Wie können Empfindungen in einem Raum erzeugt und gesteuert werden? Wie werden Räume über die Sinne wahrgenommen? Können Personen durch ihr Wesen Räume schaffen? Welche Rolle spielen Formen, Farben, Materialien, Anordnungen?

Mit diesen Fragen wurden die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Workshops konfrontiert. Durch das Herstellen kleiner Modelle aus Papier und unterschiedlichen Materialien wurden dann erste Erfahrungen zum Thema Raum gesammelt. Im Jugendzentrum 42 wurden anschließend in Gruppenarbeiten und unter jeweils einem Oberbegriff neue Räume kreiert. Jeder Raum konzentrierte sich auf den Umgang mit einem einzigen Material, mit dem frei umgegangen wurde.

Bild: Ana Frotscher

Weitere Workshops im Rahmen des Projekts "Kunst hoch Schule"

Nach dem erfolgreichen Auftakt der Pilotmaßnahme finden im Schuljahr 2011/12 vier weitere Workshops an Kieler Schulen statt.
Folgende Schulen nehmen teil: Käthe-Kollwitz-Schule, Max-Planck-Schule, IGS Friedrichsort, Gymnasium Wellingdorf. Die Workshops werden in Kürze an dieser Stelle vorgestellt.