Der Begriff Zeichnung unterlag im letzten Jahrhundert einem starken
Wandel. Die Kunstrichtungen wie z.B. Surrealismus, oder Dada
initiierten das intensive Experimentieren mit ungewöhnlichen
zeichnerischen Mitteln und ihren Untergründen. Die oft untergeordnete
Rolle der Zeichnung als z. B. Studie bzw. Skizze wurde dadurch
teilweise hinterfragt und die Möglichkeit der Gleichstellung dieses
Mediums mit den etablierten Kunstausdrucken (wie die Malerei) angeregt.
Diese Entwicklung setzte sich auch später z.B. mit der Konzept-, oder
Minimal Art fort. Mit dem gleichzeitigen Auftreten der Neuen Medien
Anfang der 60er Jahre bis heute wurde die Verwirklichung der Zeichnung
in diesen neuen medialen Kontexten sichtbar, auch als die Dokumentation
vielfältigen zeichnerischen Äußerungen. Dabei wurden unterschiedliche
zeichnerische Materialien genutzt. Immer häufiger ersetzt der reale
Raum (auch die Landschaft als Raum), bis hin zum virtuellen Raum das
Papierblatt.