NETZWERK / EXIST- EXISTENZGRÜNDUNGSBEGLEITUNG
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„Kreatives Gründen“ Existenzgründungsbegleitung in der Kreativwirtschaft

Die wirtschaftliche Relevanz der kreativen Berufe ist nicht zu unterschätzen. Kreative beeinflussen die ökonomische Stärke einer Region entscheidend. Dabei sollte allerdings auch der Wert der Kreativität unabhängig von ihrer ökonomischen Relevanz nicht vergessen werden. Kreativität wirkt zudem gesellschaftsverändernd und kulturschaffend. Entsprechend wichtig ist es, gerade in der Landeshauptstadt Kiel, an deren Muthesius Kunsthochschule jährlich eine Vielzahl von hoch qualifizierten Kreativen ausgebildet werden, diesen Menschen Gründungsperspektiven vor Ort aufzuzeigen und anzubieten. Die Infrastruktur Kiels soll dabei besser genutzt, erweitert und belebt werden (Leerstände z.B.). Die Kreativwirtschaft sollte sich in Schleswig-Holstein mehr gesellschaftlich verankern, damit könnte sie stärker nach außen wirken und sich nachhaltig etablieren.
Gerade Kulturschaffende wie Designer, Architekten und Künstler sind klassische Freiberufler, werden aber im Rahmen ihrer Fachausbildung kaum auf eine Existenzgründung vorbereitet.
Um dieses vorhandene Gründungspotential besser zu nutzen soll EXIST folgende Aspekte unterstützen: In den jeweiligen Kompetenzfeldern (Design, Kunst…) sollen die vorhandenen Ideen umgesetzt und neue gründungsorientierte Ideen generiert werden. Die Gründer sollen in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Netzpartnern fachlich und persönlich unterstützt werden. Zudem soll Hilfe und Anleitung zur Weiterbildung und Selbstqualifizierung gegeben werden.
Durch diese Maßnahmen soll die Zahl der erfolgreichen Ausgründungen gesteigert werden. Ein weiteres Ziel dabei ist eine allgemeine Intensivierung der Wirtschaftskontakte. Insgesamt soll dadurch auch die Attraktivität der Hochschule für Studierende, sowie für interessante Netzwerkpartner erhöht werden.
Das Projekt "L@ink - Förderung von Aus- und Neugründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen" ist ein Gemeinschaftsprojekt der schleswig-holsteinischen Hochschulen, beteiligt sind neben der Muthesius Kunsthochschule die Christian-Albrechts-Universität, die Fachhochschule Flensburg, die Fachhochschule Kiel sowie die Universität Flensburg.
Regionale Themen mit Bezug zu „Meer und Klima“ oder „Medizin und Forschung“ können dabei besonders von vorhandenen Kooperationen wie z.B. mit dem Exzellenzcluster „Future Ocean“ profitieren.

Muthesius Kunsthochschule, Kiel: Gründungsbegleitung zur Kreativwirtschaft

Die Erschließung des Gründungspotentials von Kunsthochschulen ist ein Feld, welches bislang noch nicht systematisch entwickelt ist. Entsprechende bedarfsgerechte Angebote fehlen. Die bisherigen Erfahrungen mit Gründungen von Absolventen und Studierenden der Muthesius Kunsthochschule haben gezeigt, dass es einen sehr spezifischen Bedarf für Beratung und Begleitung für gestalterisch-künstlerische Selbständigkeit gibt, der in Schleswig-Holstein bislang nicht angeboten wird. Die vorhandenen Beratungsangebote sind zu allgemein und bilden sie Herausforderungen einer Gründung durch Designer und Künstler zu wenig ab. Die Muthesius Kunsthochschule will daher ein Beratungsnetzwerk befördern, welches auf die spezifischen Gründungsbedingungen in der Kreativwirtschaft wie die Besonderheiten der Produktentwicklung und -gestaltung zugeschnitten ist.

Auch die Erfahrungen aus KOGGE haben gezeigt, dass Einzelaktivitäten wie eine Ringvorlesung oder die Nutzungsmöglichkeit von Arbeitsräumen alleine nicht ausreichend sind, um Gründermotivation im Umfeld der Kunsthochschule nachhaltig zu wecken und zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit selbständigen Absolventen der Hochschule ist daher eine Struktur für einen ganzheitlichen Beratungsansatz entwickelt worden, der sich in 3 Phasen gliedert: 1.Gründungsinteressierte aquirieren, motivieren und auswählen, 2. Erarbeitung von Businessplänen und 3. Beratung und Begleitung.

Zielgruppen des Projektes sind Absolventen, Diplomanden und Masterstudierende der Muthesius Kunsthochschule.

Projektbeteiligte sind Professoren des Industriedesign sowie des Interior Design, ein Projektkoordinator (Absolvent mit eigener Gründungserfahrung), Berater und selbständige Absolventen.

Kooperationspartner sind die IHK, die Design Initiative Nord, der VDID (Verband deutscher Industriedesigner) und die KSK (Künstlersozialkasse). Entscheidende Impulse für das Projekt werden sich aus dem Kooperationsnetzwerk der Muthesius Kunsthochschule mit anderen Hochschulen sowie den Exzellenzclustern Future Ocean und Inflamations ergeben. Besonderes Augenmerk wird auf Gründungsideen mit Bezug zu Meer und Klima liegen.

Erfolgsfaktoren des Projektes sind, eine Gründungsbegleitung aus einer Hand anzubieten, die ein intensives Coaching sowie eine individuelle Fachberatung bereit stellt, welches speziell auf die besonderen Bedürfnisse von Gründungen im gestalterisch-künstlerischen Bereich zugeschnitten ist sowie genügend potentielle Gründer von dem Nutzen der angebotenen Begleitung zu überzeugen und zur weiteren Selbstqualifikation zu motivieren. Aus dem Projekt sollte sich ein belastbares Netzwerk für Gründungsbegleitung zur Kreativwirtschaft ergeben, welches einen nachhaltigen Mehrwert für Gründungsinteressierte aus dem Kreis der Absolventen sowie Studierenden der Kunsthochschule darstellt.

Gründungsinteressierte aquirieren, motivieren und auswählen

In dieser Phase geht es darum, potentielle Gründerinnen und Gründer zu erreichen, über die Möglichkeiten des Projektes zu informieren und für eine weitere Teilnahme auszuwählen:
•    Direkte persönliche Ansprache innerhalb des Alumninetzwerkes, in der Hochschule sowie deren Umfeld
•    Auftaktveranstaltung mit Interessierten
•    Erfahrungsaustausch mit selbständigen Absolventen
•    Lehrveranstaltungen, Workshops zu gründungsrelevanten Themen und zum Projekt der Gründungsbegleitung
•    Öffentlichkeitsarbeit über das Projekt
•    Auswahl von Gründungsinteressierten mit erfolgversprechenden Gründungsideen

Ziel der Phase 1 ist es, eine Gruppe von 7 bis 10 Gründungsinteressierten für die Teilnahme am weiteren Prozess auszuwählen. Zum Abschluss der Phase 1 erfolgt eine kritische Auswertung dieser Phase und ein Feedback an die Teilnehmenden.

 
Erarbeitung von Businessplänen

Ziel der Phase 2 ist die Erarbeitung eines tragfähigen Businessplanes. Dabei erhalten die Teilnehmer der Phase 2 Unterstützung von speziellen Fachberatern sowie Selbständigen in der Kreativwirtschaft, so dass ein Businessplan entsteht, der die Besonderheiten der jeweiligen geplanten Gründung im gestalterisch-künstlerischen Bereich abbildet. Der Plan wird einer Jury zur Beurteilung vorgelegt. Nach Begutachtung schlägt die Jury die erfolgversprechenden Businesspläne für die Realisierung in der Gründungsbegleitung der Phase 3 vor.

•    Auftaktworkshop (ggf. 2-tägige Summer School) mit allen Teilnehmern zur Erstellung eines Businessplanes
•    Individuelle Unterstützung durch Fachberater und Gründer bei der Erarbeitung des persönlichen Businessplanes
•    Präsentation der Businesspläne aller Teilnehmer vor Jury und Auswahl der Teilnehmer für Phase 3 Beratung und Begleitung bei der Gründung


Beratung und Begleitung
Ziel der Phase 3 ist eine individuelle Gründungsbegleitung, die auf die spezifischen Besonderheiten der Gründungsidee für die Kreativwirtschaft zugeschnitten ist.
Am Anfang der Phase 3 steht daher auch Entwicklung eines maßgeschneiderten Begleitungskonzeptes mit flexiblen Anpassungsmöglichkeiten in der Projektlaufzeit.
  
Aus den Erfahrungen bei Gründungen von Absolventen und Studierenden besteht der Rahmen einer spezifischen Gründungsbegleitung zur Kreativwirtschaft aus folgenden Elementen:
-  Coaching durch einen Mentor in der gesamten Projektlaufzeit. Diese Persönlichkeit muss die fachliche und persönliche Kompetenz für ein nachhaltiges Coaching einer Gründung in der Kreativwirtschaft mitbringen vor allem in den Feldern Produktentwicklung, Persönlichkeitsberatung und Motivation zur Selbstqualifikation.
-  Fachliche Unterstützung durch spezialisierte Berater für Gründer in der Kreativwirtschaft in den Bereichen:
-  Zugang zu Gründungsfinanzierung
-  Rechts- und Versicherungsfragen
-   PR und Öffentlichkeitsarbeit
-  Präsentation, Gesprächs- und Verhandlungsführung und Konfliktmanagement.
-  Koordination und Steuerung durch Projektleiter
-  Möglichkeit zur Nutzung von Räumlichkeiten und Einrichtungen (insb. Werkstätten) der Hochschule
-  Plattform für Netzwerk zur Kompetenzvermittlung und Erfahrungsaustausch

Als Ergebnis der Phase 3 wird angestrebt, mindestens 2 Projekte zur Gründungsreife geführt zu haben. Am Ende des Projektes erfolgt eine Auswertung der Erfahrungen und eine Projektdokumentation. Bei erfolgreichem Verlauf des Projektes plant die Kunsthochschule die Verstetigung des Netzwerkes zur Gründungsbegleitung.

Links zum Thema:
Kontakt Claudia Haßfurther

Kreativstammtisch in Kiel

Seit November 2009 findet im Kieler Café “Prinz Willy” monatlich der Kreativ-Stammtisch statt. Hier treffen sich DesignerInnen aller Disziplinen, IllustratorInnen, FotografInnen, KünstlerInnen und weitere aus der Kreativbranche. Bei diesen Zusammenkommen steht der kreative Austausch, das Gespräch über das Geschehen im Design- und Kunstleben, aber auch die gegenseitige Hilfe im Vordergrund. Dabei ist es gleich ob die TeilnehmerInnen selbstständig oder angestellt arbeiten.

Um diesen Austausch zu fördern und sich gegenseitig nicht aus den Augen zu verlieren haben Bernard Teske und Wiebke Christophersen einen offenen Stammtisch gegründet. Das Treffen findet monatlich im Prinz Willy statt, neue Gesichter sind immer herzlich willkommen. Die Termine finden sich im Programmheft des Prinz Willy, auf der Webseite des Kreativstammtisches oder auf Anfrage unter: info@kreativstammtisch.de.

Links zum Thema:
www.kreativstammtisch.de