BEWERBEN AN DER MUTHESIUS / STUDIENABSCHLüSSE AN DER MUTHESIUS / ABSCHLUSS MASTER

Master of Fine Arts (M. F. A.)

Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit der Gegenwart, ihren Widersprüchen und ihren Unstimmigkeiten auseinander. Dazu
zählen theoretische und gesellschaftliche Aspekte wie der Einblick in und die Einwirkung auf gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische Prozesse und Zusammenhänge. Das Berufsbild und Tätigkeitsfeld von Künstlern unfasst praktisch-künstlerisches Arbeiten und die Entwicklung der individuellen, visuellen, künstlerischen Sprache durch Form und Gestaltung.
Das Studium Freie Kunst befähigt zur Entwicklung einer eigenständigen künstlerischen Haltung und der Formulierung eigener Positionen und Reaktionen. Das Studium qualifiziert dazu, künstlerische
Ideen umzusetzen und zu expliziten Ergebnissen zu kommen, die Qualität eigener Arbeiten einzuschätzen und in einen für sie theoretisch relevanten Kontext zu stellen. Einzeln oder in kleinen Gruppen
betreut, erfahren sie eine breite praktisch-künstlerische Ausbildung.
Darüber hinaus erlangen Studierende die Fähigkeit, ihre eigenen Arbeiten angemessen zu präsentieren.
Im Studiengang Master of Fine Arts wird das Profi l der Studierenden durch künstlerische und theoretische Entwicklungsarbeiten vertieft.
Ziel ist die Heranbildung eigenständiger Künstlerpersönlichkeiten mit individueller Ausdrucksmöglichkeit auf ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet.
Im Besonderen werden Studierende professionalisiert und auf den Beruf des/der selbständigen freischaffenden Künstlers/Künstlerin vorbereitet. Dies schließt Qualifikationen für Führungsaufgaben in disziplinübergreifender Forschung und Praxis in Kultur und Wissenschaft ein.

Master of Arts (M. A.) Raumstrategien

Räume strukturieren die Wahrnehmung des Menschen, sie beeinflussen Handeln und Erleben. Die Medialisierung öffentlicher
und privater Räume hat die Grenzen der traditionellen Disziplinen
und ihrer Berufsbilder aufgelöst.
Die ganz unterschiedlichen Bereiche Architektur, Interior Design, Urbanismus, Kunst, Design und Medien müssen durchquert werden, um zu neuen Strategien im Raum zu kommen.
Das Masterstudium zeichnet sich durch ein transdisziplinäres
Programm aus, das diesen neuen Anforderungen gerecht wird und auf Projekten und Teamarbeit basiert. Herkömmliche Schwerpunkte der Auseinandersetzung mit Raum werden in den Prozess des gemeinsamen Forschens und Entwickelns integriert. Handwerkliche Solidität, wissenschaftliche Gründlichkeit und künstlerisches Engagement bilden den methodischen Hintergrund.
Raumstrategen entwerfen und inszenieren temporäre Räume und sie intervenieren in bestehende Räume : Sie verändern Wahrnehmung und Beziehungen zwischen Mensch und Raum und schaffen so neue Erlebniswirklichkeiten.
Ihre weiteren Fragen beantwortet Prof. Dr. Ludwig Fromm.
E fromm@muthesius.de
T 04 31 – 51 98-469

Master of Arts (M. A.) Kommunikationsdesign

VERTIEFUNG EDITORIAL DESIGN / TYPOGRAFIE
Die allseitige Computerisierung beschleunigt den Wandel von
Gestaltungsformen und -verfahren und eröffnet eine so große Bandbreite ästhetischer Möglichkeiten, dass der Rückgriff auf verbindliche Normen und Modelle unerlässlich ist. Hier setzt die Ausbildung zum Masterschwerpunkt an : Einerseits gilt es den medienrelevanten Erkenntnis- und Erfahrungsschatz, der sich über Jahrhunderte in der Schrift-, Satz- und Druckkunst angereichert hat, zu sichern und diesen Wissens- und Erfahrungslinien neue Fakten und Entwürfe hinzuzufügen ; andererseits sind der gegenwärtig dominierenden digitalen Ästhetik und deren Entwicklung die richtigen Fragen abzuverlangen.
Die Typografie und ihre Gestaltung geben ein Bild von
»geronnener Sprache« (Jeannine Fiedler) und in der Tat ist für den Schwerpunkt die visuelle Text- und Sprachgestaltung zentral. Besonders die »poetische« und journalistische Sprache sind Ausgangspunkt und Stoff des Anliegens. In diesem Fall ist die Sprache nicht Hilfsmittel eines Informationsbestrebens, sondern sie ist bewußt Teil der Lösung, medialer Bestandteil der Aussage. Die Beschäftigung mit der Sprache lebt von ihrer Verlangsamung, Schrift »dauert« und zeigt darin ihre diskursive Nachhaltigkeit. Textgestaltung, die auf Dauer zielt, ist für kurzfristige Massenkommunikation wenig geeignet, sie bildet Wissen. Für die Information von komplexen Inhalten ist sie unvermeidbar und unabdingbar. Indem sich die Typografie aber experimentell mit der Sprach- und Schriftkultur auseinandersetzt, indem sie Trends aufspürt und somit als Vorreiter, als Avantgarde fungiert, wird sie zur Anregung und zum Quell zukünftiger Massenkommunikationen.
Die entscheidenden Lehrziele teilen sich so zum einen in die Untersuchung klassischer Überlieferungen von linearer Textgestalt und Lesbarkeit und zum anderen dem Erforschen der neuen Materialität der Digitalität mit ihren experimentellen interaktiven Möglichkeiten aller Medienformate. Der Schwerpunkt Typografie wird sich vorwiegend mit den Aufgaben der Wissensgesellschaften, also den Archiven des Wissens und den Medien der Informationsaufbereitung auseinandersetzen. Zu verstehen sind darunter : Zeitungs-, Journal-, Buch- und Kataloggestaltung ; Text- Bild-Konfigurationen (Fotografie und Illustration) als Formuntersuchung ; Textgestaltung als Formuntersuchung ; Untersuchungen der Grenzen bzw. neuen Möglichkeiten der Lesbarkeit (z. B. hier die der Linearität/Nichtlinearität) ; Traditionen und Referenzen der Schrift-,
Druck- und Mediengeschichte ; Untersuchungen von Schrift und
Zeichen zu Klang und Musikalität der Sprache ; Schrift und Typografie als Medium der Sprache im öffentlichen Raum ; Schriftentwurf als Formgestaltung. Cross over : Print und Digitalität als kooperierendes intermediales Arbeiten, Schrift und digitaler Raum.
1. Semester
Orientierung : Mediales Gestalten und Erkennntnissicherung
2. Semester
Vertiefung : Mediales Gestalten und Intervention

MASTER EDITORIAL DESIGN/FOTOGRAFIE

Auch die Fotografie ist betroffen vom Wandel, der mit der Fortschreibung des Analogen in das Digitale einhergeht. Im Umfeld von Programmen und Computern wird der einzigartige Realitätsbezug der analogen Fotografie zur puren Option, im Ausgleich kommt es zu einer Erweiterung des ästhetisch Möglichen. Der Masterschwerpunkt fragt, in wieweit sich die traditionellen Leistungen und Aufgaben der Fotografie sichern lassen und welches neue Terrain von ihr erobert werden kann.

Inhaltliche Ausrichtung
Die Repräsentation realer Ereignisse ist nach wie vor ein klassisches Aufgabengebiet des Mediums. Weil einem Foto nicht mehr anzusehen ist, ob es gerechnet wurde oder noch Spur des Realen ist, gilt es, die Glaubwürdigkeit visueller Informationen neu zu definieren. Das ist von besonderem Interesse für den Journalismus, betrifft letztlich aber auch all die Bereiche, in denen das Medium dokumentarische Aufgaben zu erfüllen hat. Neue Strategien müssen entwickelt werden. Dazu ist eine kritische Bestandsaufnahme des bisherigen Gebrauchs unumgänglich. Archive, Sammlungen und Datenbanken sind hier unter anderem von Bedeutung und ihre Strukturen spiegeln zeit- und kulturbezogene Übereinkünfte. Sie lassen sich problematisieren
und gestalten.
Darüber hinaus ist und bleibt die fotografische Inszenierung ein weiterer Themenbereich. Angefangen vom Porträt, bis hin zur künstlerischen Performance vor der Kamera, hat man auch hier bisher mit dem Realitätsbezug des Mediums gearbeitet und von ihm profitiert und muss nun die Neuerungen ergründen. Je weiter sich die Fotografie von ihren analogen Produktionsprozessen entfernt, desto mehr fällt sie zukünftig mit Simulation und Animation, also mit anderen technischen Bildmedien, in eins. Der ästhetische Gewinn und der Zuwachs an Repräsentationsmöglichkeiten ist bedeutend.
Wissenschaftliche Experimente z. B., die als unverständliche Zahlenreihen in Computern lagern, werden so vorstellbar und lassen sich kommunizieren. Aber hier entstehen auch neue, virtuelle Welten, die mit dem Interesse an der physischen Realität konkurrieren. All das gilt es auf Möglichkeiten und Konsequenzen hin auszuloten und zu befragen.

Interdisziplinarität und Vernetzung
Um virtuelle und reale Bezüge von Fotografien und technischen
Bildern in Zukunft unterscheiden und anwenden zu können, ist ein
differenziertes Verhältnis zur Rezeption und Produktion vonnöten,
braucht es die Bereitschaft, Medien nicht nur zu nutzen, sondern
mitzudenken und auszuzeichnen. Medienkompetenz wird zur
Voraussetzung von Kommunikation, Medientheorie ist deshalb ein
Schwerpunkt des Masterstudiums. Mit dem Zentrum für Theorie
sind Seminare über Bildtheorien, insbesondere über die Theorie
technischer Bildmedien vereinbart. Auch die Geschichte der Fotografie wird gelehrt, mit der Typografie werden (und dem gegenüberstehenden Masterstudien) editorische Konzepte geplant. Diskutiert werden hier nicht nur die Leistungen Einzelner, sondern auch der gesellschaftliche Gebrauch der Fotografie und die damit einhergehenden Bedeutungszuweisungen.
Gesellschaft lässt sich heute nicht ohne ihre allgegenwärtige Medialisierung verstehen. Fotografien sind stets in die Kommunikation über politische und gesellschaftliche Prozesse eingebunden. Will man über die Gesellschaft in Bildern arbeiten, sind sie also bereits immer Teil des Umstands, über den gearbeitet werden soll. Die einzelne Fotografie kann hier wenig ausrichten, Metastrategien sind gefragt, die dem Rechnung tragen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Möglichkeit des mehrmedialen Arbeitens, z. B. mit bewegten und stehenden Bildern, oder mit Bild und Ton. Im Kontrast der Medien
lassen sich die jeweiligen Eigenarten und Grenzen, läßt sich das
Mediale besonders gut problematisieren und darstellen. Außerdem erweitert sich auf diese Weise das Spektrum der Ausdrucksmöglichkeiten.
So wird Metakommunikation möglich. Hier ist die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Medien und die Kooperation mit dem Lehrgebiet Sprache vereinbart. Der Sprache kommt im Schwerpunkt eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie unterstützt auch die Konzeption, die schriftlich ausgearbeitet, Voraussetzung für jede Arbeit ist und kümmert sich darüber hinaus um die verbale Vermittlung der abgeschlossenen Arbeiten. In Kombination mit der Theorie gelangen so Berufe in den Fokus der Ausbildung, die sich mit dem Gebrauch, der Vermittlung und der Bewertung von Fotografie beschäftigen : Kurator, Medienwissenschaftler, Archivar, Bildredakteur, Artdirektor oder Feuilletonist.
Der Schwerpunkt Fotografie beschäftigt sich im Einzelnen mit folgenden Formaten : Bildjournalismus, Dokumentarfotografie, Inszenierte Fotografie, computerbasierte Illustration, 3-D-Animation, Fotoroman, Fotofilm, die fotografische Arbeit in Buch- und Ausstellung, Arbeiten mit und über Archive, Sammlungen, oder andersartig aufgefundenes Material, Fotografie im digitalen Raum.
Die Ausbildung zielt zum einen auf den angewandten Fotografen
für Redaktionen und Verlage, zum anderen auf den Künstler. Sie
zielt dann auf vermittelnde und verwertende Berufe in Kultur und
Wissenschaft.
Prof. Peter Hendricks
Ihre weiteren Fragen beantwortet Prof. Peter Hendricks
T 04 31 – 51 98-435, E hendricks@muthesius.de

Master of Arts (M. A.) Industriedesign: SCHWERPUNKT INTERFACE DESIGN

Die Interaktion zwischen Mensch und Technik gewinnt in unserer
Gesellschaft immer größere Bedeutung.
Das Design eines Interface muss in hard- und software-ergonomischer Hinsicht überzeugen. Es muss erfolgreiche Nutzungsprozesse durch motivierendes Interaktionsdesign fördern und gestalterisch bezaubern.
Interface Design stellt sich damit der Kernfrage zukünftiger Produktentwicklung : Wie kann die Bedienqualität erhöht werden ?
Weil das Interface bei den Nutzern, im Sinne einer Total User
Experience, nachhaltig wirkt und zur Produktbindung beiträgt,
entwickelt sich dieser Bereich rasant.
Der Master bildet in zwei Jahren Designerinnen und Designer aus, die, im Selbstverständnis eines User Centered Design Prozesses, wegweisendes Interface Design gestalten.
Das Interface Design Masterprogramm der Muthesius Kunsthochschule ist offen für Industriedesigner, Kommunikationsdesigner und
Usability Engineers.
Ihre weiteren Fragen beantwortet Prof. Frank Jacob.
T 04 31 – 51 98-475, E jacob@muthesius.de

Master of Arts (M. A.) Industriedesign: SCHWERPUNKT MEDICAL DESIGN

»Medical Design« bedeutet nicht die Spezialisierung auf Medizintechnik, sondern vielmehr die Auseinandersetzung mit einem viel größeren Themenfeld »Gesellschaft, Körper und Gesundheit«, sowie mit den Fragen, wie gesundes Leben in seinen vielfältigen Facetten verantwortbar ermöglicht werden kann und was überhaupt wünschenswerte zukünftige Lebenswirklichkeiten sein mögen. Die Behandlung dieser Fragen ist ausgesprochen komplex und nur interdisziplinär zu bewältigen, die Folgen des demografi schen Wandels oder die sozio-kulturellen Wechselwirkungen von neuen Technologien stehen hierfür beispielhaft.
Eine entwerferische Auseinandersetzung kann folglich nur ganzheitlich und unter zentraler Perspektivsetzung des Menschen und seiner unterschiedlichen Bedürfniskonstellationen sinnvoll sein. Dabei steht die Entwicklung zukunftsweisender »Szenarien« und »Möglichkeitsräume « im Mittelpunkt, in denen integrierende Lösungen zu Produkten, Prozessen und Dienstleistungen gleichermaßen erarbeitet und dargestellt werden sollen. Im Ergebnis geht es um den Anspruch, weit über produktgebundene Antworten hinauszugehen und eine große Bandbreite relevanter menschlicher Beziehungsräume kritisch zu hinterfragen, problemorientiert zu durchdringen und entwerferisch neu zu formulieren.
Das Ziel des Master-Studiums »Medical Design« ist somit die Herausbildung von weitreichenden Kompetenzen für eine prozessual-kontextuelle, szenarisch angelegte, zukunftsorientierte Forschungs- und Entwurfsarbeit, die auf eine Vielzahl anderer relevanter menschlicherLebensbereiche, wie z. B. »Freizeit und Arbeitswelt« projiziert werden kann. Das Studium soll durch entsprechend vertiefend angelegte Projekte und Themen, intensive theoretische Refl exion und individuelle Schwerpunktsetzungen für eine Vielzahl von Tätigkeiten
im Forschungs- Industrie- oder Dienstleistungsbereich mit gestalterischen, entwicklerischen oder strategischen Schwerpunkten qualifizieren.
Besonderes Potential für interdisziplinäre Brückenschläge wird darüber hinaus durch Anknüpfungs- und Kooperationsmöglichkeiten der Muthesius Kunsthochschule mit regionalen Unternehmen, Forschungseinrichtungen,
Universitäten und Netzwerken geboten, die im Bereich Medizin und Gesundheitswesen eine bundesweit herausragende Stellung einnehmen.
Ihre Fragen beantworten Prof. Detlef Rhein und Prof. Dr. Florian Krug.