Der Beitrag beschäftigt sich aus der Perspektive digitaler Medienkunst
und ihrer Szenografie mit dem Begriff des begehbaren Wissensraumes. Wie
präsentiert man Wissen als Raum, der betreten werden kann? Der Begriff
Wissensraum bezeichnet die Verbindung von Raum und digitaler
Information zu einer interaktiven Architektur. Physikalischer Raum wird
elektronisch verstärkt zu einer inszenierten Interface-Umgebung und
bietet Zugang zu Information, die im Raum verkörpert ist und über den
Körper erfahrbar wird als Medium performativer Wissensspeicher. Die
Inszenierung begehbarer und vernetzter Wissens- und Kommunikationsräume
mit Mitteln der interaktiven Medienkunst erzeugt neuartiges Wissen,
indem sie durch Mittel wie digitale Speicherung, statistische Verfahren
und durch eine medienarchäologische Herangehensweise sichtbar macht,
was sonst unsichtbar bliebe.
Anhand ausgewählter eigener Arbeiten werden Praktiken der Inszenierung
und Wahrnehmung von interaktiver Medienkunst vorgestellt, die auf
Fundstücke zurückgreifen, um neue Kontexte aufzuzeigen. Informationen
im Online-Archiv von „netzspannung.org“ oder tagesaktuelle Nachrichten
in der Stadtraum-Installation „Energie-Passagen.de“ zeigen die Relevanz
von Fundstücken in Wissensräumen durch ihre Integration in neue
Kontexte.
Monika Fleischmann, Medienkünstlerin und Leiterin der Media Arts &
Research Studies (MARS) und der eCulture Factory des Fraunhofer
Instituts IAIS, Sankt Augustin. 1987 Mitbegründerin von Art+Com.
Inszeniert interaktive Bild- und Tonrelationen in Echtzeitumgebungen.
Ausstellungen, Auszeichnungen, Publikationen, Vorträge und Lehre im In-
und Ausland. 1992 Goldene Nica der Ars Electronica für interaktive
Kunst, Linz/Österreich.