MEDIEN UND THEORIE / GEHEN BLüHEN FLIEßEN / INTERDISZIPLINüRE WORKSHOPWOCHEN / SOMMER 2011

Workshopwoche im Sommersemester 2011

Zur sechsten Workshopwoche im Rahmen des Bogenthemas gehen, blühen, fließen waren Daniel Belasco Rogers, Anette Rose und Tino Sehgal eingeladen.

Lines, Lives & Footprints

With a practical use of GPS, SMS and the aspects of the daily data that leak out from all of us, this workshop will use artistic techniques to explore layers of urban, social and data space that surround us. Strategies for working with personal material will be examined. With examples from psychogeography to yarn bombing to locative media, the work of artists and engaged citizens will be introduced and we will begin to try some of these strategies as urban intervention. The workshop will culminate in a presentation of the material from the week for an invited audience, the form of which will be decided during the workshop. The workshop will take place in English.

Daniel Belasco Rogers
i
s a Berlin-based British artist who has been working on the Schnittstelle between performance and fine art for over twenty years. He has collected every journey he has made since 2003. He is half of the duo ‘plan b’ with his partner Sophia New. Together they have embarked on a data collection practice that encompasses GPS, SMS messages and mood reporting. From 2010, he is a visiting artist at the Mixed Reality Lab at Nottingham University. In 2006, Daniel was a member of the ‘Junge Akademie’ at the Akademie der Künste in Berlin. plan b are currently teaching on the Metropolitan Cultures course at Hafen City Universität, Hamburg.

www.planbperformance.net

Anette Rose "Dokumentarische Strategien"

Ausgangspunkt sind Bewegungen: Alltägliche oder spezialisierte Tätigkeiten und Gesten. Wie nehmen wir sie war? Welche Sinne sind bei der Wahrnehmung beteiligt? Was wird sichtbar, was bleibt verborgen und unsichtbar? Was lässt sich durch Aufzeichnungsverfahren zeigen? Wie verhalten sich wahrnehmen und zeigen zueinander?

Fragestellung des Workshops ist:
Welchen Einfluss hat das Aufzeichnungsmedium auf unsere Wahrnehmung der „Wirklichkeit“?
Wie fließen dokumentarische Methoden in die künstlerische Arbeit ein?
Um die individuellen Suchbewegungen während des Workshops sichtbar zu machen, können Medien Ihrer Wahl einbezogen werden: Video, Fotografie, Ton, Sprache, Zeichnung, gefundenes oder recherchiertes Material, etc.
Orientierung geben dabei Beispiele dokumentarischer Strategien von ethnologischen Filmemachern (z.B. Jean Rouch) und Künstlern wie Aernout Mik (Video) oder Pia Linz (Zeichnung).

Anette Rose
nutzt in ihrer künstlerischen Arbeit Strategien von dokumentarischen Filmen, die dicht an der Wirklichkeit operieren, und arbeitet an der Reduktion des Realen. Ihre Videofilme und Installationen kreisen um die nonverbale Körpersprache und bewegen sich in den Kontexten Kunst, Film und Wissenschaft. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Workshop mit Tino Sehgal

Tino Sehgals künstlerische Arbeit entsteht situativ im Zusammenspiel mit Menschen, die sich einlassen. Vom Tanz kommend, öffnet seine Arbeitsweise die Wahrnehmung für die Eigenbewegungen in Abstimmung mit anderen und befragt auf diesem Wege soziale Verhältnisse, die aktiv thematisiert werden.

Im Workshop wird es vor allem um Spielstrukturen gehen, sowohl als Kompositionsverfahren als auch als Mittel für die Analyse gesellschaftlicher Ordnungen. Es werden Spiele entwickelt, gespielt und besprochen.

Für den Workshop werden keine Materialien oder Vorkenntnisse benötigt.

Tino Sehgal
geb. 1976, studierte Tanz und Politische Ökonomie, seine Arbeiten sind Aufführungen, die während der gesamten Öffnungszeiten in Galerien und Museen zu sehen sind. Sehgals konstruierte Situationen können sich abhängig vom Verhalten des Besuchers unterschiedlich entwickeln und integrieren damit ein partizipatives Moment in die Werkstruktur selbst. Da es bei Sehgal zentral darum geht etwas herzustellen, das nicht stofflich ist, gibt es von seinen Arbeiten keine filmischen oder fotografischen Aufzeichnungen. 2005 gestaltete er den deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig, 2010 hatte er eine Einzelausstellung im New Yorker Guggeheim Museum, seine Werke sind  u.a. in den Sammlungen des Centre Pompidou, der Tate und des Moma vertreten.

Weiterführender link: http://www.zeit.de/2005/2 /Sehgal_2fSloterdijk