Lehre und Forschung
Das Zentrum für Medien und das Institut für Kunst-, Design- und Medienwissenschaften entwickeln eigene Lehr- und Forschungsschwerpunkte an denen die Bereiche Kunst, Design und Raumstrategien unmittelbar partizipieren und sich so neue Perspektiven und Schwerpunkte vor allem an den Schnittstellen der Disziplinen eröffnen.
Entwicklung interaktiver Ausstellungskonzepte für das Excellenzcluster „Ozean der Zukunft”.
Die interessantesten Konzepte und Arbeiten eindrucksvoller Interaktionsmöglichkeiten mit medial aufbereiteten Inhalten entwickelten sich in den letzen Jahren im Bereich der sensitiven Projektionsflächen, so genannten Multi-Touch Displays.
Als Installation im Raum oder als Ergänzung und Erweiterung von realen Objekten können digitale Informationsebenen eine neue Wirkung und Sinnlichkeit erfahren: als Vertiefung und Erklärung von Ausstellungsobjekten oder als emotionaler, atmosphärischer Zugang zu wissenschaftlichen Themen.
Es werden also nicht nur neue Vermittlungsebenen möglich, sondern auch neue Arten der medialen und künstlerischen Inszenierung.
Im Ausstellungskontext bedeutet dies, dass die mediale Ebene nicht nur zu Informationsvertiefung dient sondern selbst zum künstlerischen Gestaltungselement wird. Man beschränkt sich also nicht mehr auf die Bedienung der Schnittstellen, sondern ermöglicht eine Neuentdeckung menschlichen Wahrnehmens, Denkens und Handelns. Oder anders formuliert: Der Besucher wird in die Rolle des aktiven Forschers versetzt.
Ziel:
Es sollen wissenschaftliche Inhalte auf ihre Darstellungsmöglichkeiten untersucht und intuitive Interaktionkonzepte entwickelt werden, die Gesten und Gruppenverhalten mit einbeziehen.
Eine Multi-Touch Media Wall soll für die Ausstellung des Future Ocean-Clusters zum Tag der Deutschen Einheit 2008 in Hamburg als stilprägende und raumfüllende Installation realisiert werden.
Projektbeteiligte der MKH:
Prof. Tom Duscher, Christian Engler, Prof. Stephan Sachs, Prof Manfred Schulz
Projektbeteiligte des IFM Geomar:
Dr. Gerd Hoffmann-Wieck, Dr. Johannes Karstensen
ReACT- Ein kunst-technologisches Forschungsprojekt
Herausragende und innovative Inszenierungen zu schaffen, die in einer
Verbindung von interaktiver Medientechnologie und darstellender Künste
entstehen – das ist das Ziel des Tanzprojekts ReACT. Als Raum der
medialen Inszenierung stehen die mit modernster digitaler
Projektionstechnik ausgestatteten Planetarien in Kiel und Hamburg im
Mittelpunkt des Interesses.
Gefördert wird das künstlerisch-technologische Projekt durch das
Hochschul- und Wissenschaftsprogramm des Landes Schleswig-Holstein.
Projekt-Kooperationspartner sind die Muthesius-Hochschule Kiel,
insbesondere der Bereich Digitale und interaktive Medien unter der
Leitung von Prof. Tom Duscher; die Bühnen Kiel mit Ballettdirektor und
Chefchoreograf Mario Schröder sowie das Planetarium (Mediendom) Kiel
unter der Leitung von Eduard Thomas.
Das Digitale Theater
Das neu erbaute Planetarium (Mediendom) an der Fachhochschule Kiel
wurde mit digitaler Projektionstechnik ausgestattet und ist neben dem
ebenfalls digital umgerüsteten Planetarium Hamburg europaweit das erste
seiner Art.
Durch eine neuartige Projektionstechnik können Filme und Bilder an eine
Kuppel projeziert werden, wodurch sie sich nahtlos aneinander
reihen und ein homogenes, bewegliches 360°-Abbild ergeben. Dies
ermöglicht sowohl den Einsatz von realistischen Bewegtbild-Material als
auch von digital generierter, virtueller Szenarien.
Aus Planetarien werden Digitale Theater. Damit entstehen neue und
bisher ungesehene, immersive Veranstaltungsorte, an denen die
einzigartige Gelegenheit besteht eine Brücke zwischen
wissenschaftlicher Forschung, medialen Technologien und darstellenden
und bildnerischen Künsten zu schlagen. Dies ermöglicht eine völlig
neuartige Vermittlungsebene.
Die mediale Inszenierung
Der mediale Raum ist eine große Herausforderung für die darstellenden
und bildnerischen Künste. Während man bei konventionellen
Inszenierungen von Kulissen und statischem Bühnenbild spricht, wird
durch die digitale Gestaltgebung des Raumes eine starke Bezugnahme auf
die räumliche Umgebung bzw. eine Interaktion mit dieser möglich.
In der Tanzperformance ReACT sollen künstlerische Inhalte und
technische Verfahren entwickelt werden, die eine reaktive Gestaltung
der Visualisierungen im dreidimensionalen Raum ermöglichen. Dabei
entstehen künstlerische Darstellungs- und Ausdrucksformen, die das
Beziehungsgefüge Körper, Raum und Zeit neu thematisieren und in der
Verbindung medialer und darstellender Künste von hoher künstlerischer
Aktualität geprägt sind. Dies bedeutet, dass Tänzer mit Hilfe von
optischen Rezeptoren die räumlichen Projektionen direkt durch ihre
Bewegung beeinflussen können und sich neben der Körpersprache eine
zusätzliche visuelle Ausdrucksmöglichkeit ergibt. Die Grenzen von
Innen- und Außenwelt lösen sich auf.
Durch vielschichtige Kombinationen der statischen und dynamischen Raum-
und Audioelemente können Neukombinationen entstehen, die eine
immaterielle, digital erzeugte Welt erschaffen, trotzdem aber für den
Rezipienten real erlebbar werden.
Gleichzeitig agierende Darsteller verdeutlichen die direkte
Manipulation des Raumes, so dass die Begrifflichkeiten real und
virtuell einen völlig neuen Kontext eingehen. Die Dimensionen Zeit und
Bewegung erfahren durch die simultane Aktion von Darstellern und
Projektion neu zu interpretierende Bezüge. Der reale, materiell
gegenständliche und der immateriell künstlich geschaffene Raum (in
mehrschichtiger Überlagerung) verschmelzen für den Zuschauer zu einem
immersiven Raum und rücken ihn in den Mittelpunkt des Geschehens.