
Ausstellung vom 25. März bis 30. August 2010, Deutsches Museum, München
Länge des Exponats: 5 m; Breite: 1,50 m; 6 unterschiedliche Projektionsflächen, 12 Kopfhörer
An der interaktiven Multitouch-Tischprojektion, dem Future Ocean Explorer, können bis zu zwölf Ausstellungsbesucher gleichzeitig Texte, Filme oder Animationen zu unterschiedlichen Themen der Ozean- und Klimaforschung aufrufen. Über Ohrhörer kann der Besucher zusätzlich den Wissenschaftlern im Gespräch lauschen.
Der Future Ocean Explorer wurde an der Muthesius Kunsthochschule entwickelt und ist einer der größten seiner Art. Die interaktive Gestaltung folgt dabei den Metaphern des Ozeans: Strömung und Tiefe beeinflussen die inhaltliche Darstellung. Die Visualisierung verdeutlicht die Tiefe des Meeres, der Tisch erscheint gleichzeitig als ein Becken mit Volumen. Über den fünf Meter langen Multitouchtisch bewegen sich die Themen der Meeresforschung in typografischen Schwärmen, die durch Berührung aktiviert werden können.
Besucher können die Informationen aus dem virtuellen Wasserbecken herausfischen und dabei selbst auf Forschungsreise gehen. Sie stehen sich gegenüber und kommen am Tisch ins Gespräch. Die Möglichkeit zum Dialog ist ungewöhnlich, schauen Besucher einer Ausstellung sonst eher einzeln auf Monitor-Terminals.
Im Gegensatz zu einem normalen Touchscreen können Multitouch-Bildschirme mehrere Berührungen gleichzeitig erfassen und auswerten. Das ermöglicht Benutzern, Programme und Menüs mit Gesten der Finger zu bedienen. Das modular gebaute Gehäuse des Tisches sowie die Beamerkonstruktion im Innenraum ist wie die gesamte Software eine Eigenentwicklung der Muthesius Kunsthochschule und kann je nach Ausstellungskontext mit unterschiedlichen Inhalten bespielt werden. Seine Technik ermöglicht es, Inhalte zu den 13 Forschungsfeldern des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ auf ästhetisch anspruchsvolle Weise zu vermitteln und die enge Verzahnung der Themen untereinander aufzuzeigen. Die Multitouch-Technologie eröffnet neue Wege in der Mensch–Computer–Interaktion.
Wie sich die komplexen Zusammenhänge der Wissenschaft interaktiv und ästhetisch anspruchsvoll vermitteln lassen, gehört zu den Forschungsfeldern, mit denen sich die Muthesius Kunsthochschule im Rahmen des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ beschäftigt. Der Kieler Exzellenzcluster ist ein in Deutschland einmaliger Forschungsverbund von mehr als 240 Wissenschaftlern aus sechs Fakultäten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule. Der „Ozean der Zukunft“ wird im Rahmen der Exzellenzinitiative von der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Auftrag von Bund und Ländern gefördert.
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