Ein Experimentalfilm über schwebend auftauchende Gedanken und Gefühle, die sich im Regen und Schnee verselbstständigen und der Protagonistin den Blick auf unbekannte Persönlichkeitsanteile öffnen.
Regen im Hinterhof, ein Mädchen sitzt am Fenster und blickt gedankenverloren hinaus in die Dunkelheit. Ihr Gesicht ist nur in der Spiegelung der dunklen Scheibe zu sehen. An ihrem inneren Auge ziehen Gedanken und Gefühle in Form von Wolken, Regen und Schneelandschaften vorbei. Regen, Schnee und rosafarbenen Kirschblüten geleiten es in einen leeren Schuppen, in dem das Mädchen sich selbst begegnet. Ihre Angst löst sich im spielerischen Umgang mit den Schneeflocken und Kirschblütenblättern auf und öffnet ihr den Blick auf unbekannte Persönlichkeitsanteile. Im Ton verwandeln sich Regengeräusche in durchdringende Celloklänge, dann singt eine einfache Stimme ein Lied von Ms. John Soda „Hiding, fading…“
Ins Blaue
Nehle Könitz
10:45 min, DV
2009
Diplomarbeit
„Ins Blaue“ ist eine Art autobiographischer Film. Es ist eine Collage aus teils diffusen Aufnahmen von Reisen, Spaziergängen und Beobachtungen, alten Musikaufnahmen und aus dem Notizbuch Gelesenem.
Superposition
Michael Gülzow
12:44 min, Video
2009
Diplomarbeit
Mit der Arbeit „Superposition“ möchte ich bestehende filmische Strukturen untersuchen. Ich inszeniere eine Spielfilmsituation im Stil des klassischen „film Noir“ der 50er Jahre und schaffe so die Erwartung, es würde ein entsprechender Handlungsablauf folgen. Diese Erwartung wird aber nicht erfüllt. Stattdessen wird die filmische Struktur auf verschiedenen Ebenen gebrochen, um Phänomene der filmischen Wahrnehmung offen zu legen und zu untersuchen.
Herzwechsel
Kristina Mengersen
7:06 min, found footage
2009
Aus found footage Bildern aus dem Internet entsteht ein von Schwarzbildern unterbrochenes pulsierendes Geflecht von Operationen am offenen Herzen, einer einstürzenden Brücke, Balletttänzern, stampfenden Maschinen, Filmsequenzen von Buñuel und Cornell, einem esoterischen Werbefilm und einem kleinen Jungen, der einen Luftballon aufbläst, bis dieser platzt. Die seichte, beschwingte südamerikanische Hintergrundmusik bildet zusammen mit den Weltuntergangsprophezeiungen der amerikanischen Off-Stimme einen merkwürdig verstörenden, ironisierenden Kommentar zu den fragilen, sich bis zum Ende des Films steigernden Bildsequenzen.