Die Vorlesung macht mit den Gegenständen, Methoden und Fragestellungen der klassischen und aktuellen Kunstwissenschaft vertraut.
Die Kunst des 15. Jahrhunderts bis zur Gegenwart in allen Medien und Gattungen strukturiert die Vorlesung historisch. Es werden Kontinuitäten und Brüche der europäischen Kunstgeschichte herausgearbeitet.
Die Frage: Was ist modern an der Kunst soll stil-, ideen- und
kulturgeschichtlich kontextualisiert werden. Auch neue bzw.
aktuelle Wege der Kunstwissenschaft hin zu einer Kulturwissenschaft aller Bilder werden in den Blick genommen.
Die Vorlesung begleitet eine Übung, die kunstwissenschaftliches Arbeiten, Literaturrecherche und Themenrecherche im Hinblick auf eigenständiges Arbeiten mit den Studierenden trainiert. Vorlesung und Übung gehören zusammen. Am Ende des Semesters wird der
Stoff der
Vorlesung in einer Klausur geprüft. In Vorbereitung auf die Klausur
wird ein Reader zur Verfügung gestellt.
Die Dichotomie der »zwei Kulturen«, in der der englische Physiker C. P. Snow eine Objektivität der Naturwissenschaft einer aus der Subjektivität schöpfenden Geisteswissenschaft gegenüberstellt, ist von Wissenschaftshistorikern als Konstruktion entlarvt worden. Das Seminar nimmt die 2010 in der Kieler Kunsthalle gezeigte Ausstellung
»Dopplereffekt« zum Ausgang, um die vielfältigen Verflechtungen von Kunst und Naturwissenschaft in den Blick zu nehmen.
In der frühen Neuzeit waren Kunst und Natur über die Mimesis (Naturnachahmung) vereint, der Künstler selbst war wie Leonardo auch Naturforscher. Erst die Emanzipation der Kunst von der Natur im 18. Jh. spaltete das Wissen des Naturforschers vom Zeichner oder Grafiker ab, von dem man meinte, dass er die Naturformen lediglich reproduziere. Heute kommentieren Künstler ein komplexes Wissen
über
die Natur, das mit einer hochgerüsteten Apparatur der Lebenswissenschaften sichtbar
gemacht und kommuniziert wird.
Wir werden uns im Seminar verschiedenen historischen Stationen der Allianz von Kunst und Natur widmen, um dann die Strategien der Gegenwartskunst im Umgang mit den Produkten der Life Sciences zu untersuchen.
Mo 15 : 00 – 16 : 30 Uhr
Hauptgebäude, Lorentzendamm, Aula
24. Oktober 2011
Der New Yorker Kunsthistoriker Jonathan Crary hat in seinem Buch »Techniken des Betrachters« die Historizität des Sehens unter den Bedingungen der diversen technischen (optischen) Apparate untersucht, die das Sehen, den Blick und die Wahrnehmung präformieren bzw. verändern. Andere (amerikanische) Kulturwissenschaftler fragen nach Blickregimes: Wer gibt was wo und wem zu sehen? Visuelle
Kulturen werden demnach hochgradig von
Machtkonstellationen generiert, etwa im Museum, am Kunstmarkt, im öffentlichen, politischen Raum, in der Werbung, in den Medien. Wir werden anhand
von Fallbeispielen aus diesen kulturellen Sehräumen versuchen, Blicke zu klassifizieren und zu deuten. Ferner wird es darum gehen, wie in den diversen Bild- und Sehräumen, den Funktionsorten von
Bildern, Blicke von den Blickregimes mit Bedeutung ausgestattet werden. Im Zentrum des Seminars steht die Frage, welche Arten von Blicken in den diversen Blickregimes anzutreffen sind und welche
Funktion sie haben.
Di 14 : 00 – 15 : 30 Uhr
Hauptgebäude, Lorentzendamm Aula
25. Oktober 2011
In der die Vorlesung »Einführung in die Kunstgeschichte« begleitenden Übung sollen Literatur-, Bild-, und themenbezogene Recherchen im Hinblick auf zukünftiges eigenständiges Arbeiten sowie Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt werden. Übung und
Vorlesung gehören zusammen und sind obligatorisch.
Blockveranstaltung, Ort und Zeit s. Rundmail
B. A. / M. A. KOLLOQUIUM
Das Kolloquium dient der Vorbereitung des theoretischen Teils des B. A. bzw. M. A. und begleitet die wissenschaftliche Recherche, Fragestellung und Ausarbeitung der theoretischen Arbeiten. Es werden
Arbeiten zusammen mit projektbezogenem Material und Forschungsliteratur diskutiert.
Für B. A.-Studierende ab dem 4. Semester und Master-Studierende ab dem 3. Semester
Die 9 : 00 – 10 : 30 Uhr
Hauptgebäude, Lorentzendamm, Aula
25. Oktober 2011